Navigation

 

Nach einer Operation wird die Einnahme bestimmter Arzneimittel notwendig und bei Komplikationen, Verdauungsbeschwerden oder Mangelerscheinungen kommen noch weitere Substanzen zum Einsatz, die auch an anderen Stellen auf unseren Seiten erwähnt werden.

Bei den Therapeutika, die zum Einsatz kommen, handelt es sich sowohl um verschreibungspflichtige als auch um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel.

 

Standardtherapie

Durch die Operation/Entfernung der Speiseröhre mit Magenhochzug erhalten die Patienten zur Reduzierung der Magensäure in der Regel eine lebenslange medikamentöse Therapie in Form von sogenannten Protonenpumpenhemmern (PPI) wie Esomeprazol, Lansoprazol, Omeprazol, Pantoprazol und Rabeprazol.

Diese 5 Substanzen hemmen die Belegzellen im Magen, die für die Produktion von Magensäure zuständig sind.

Die Dosierung wird vom behandelnden Arzt individuell auf den Patienten ausgerichtet. Der Einnahmezeitpunkt kann morgens und/oder abends erfolgen.

Die einzelnen PPI lassen sich untereinander bezüglich vergleichbarer Wirkstärken anhand von sogenannten Äquivalenzdosen vergleichen 

 

 

Esomeprazol     10mg  20mg

Lansoprazol      15mg  30mg

Omeprazol       10mg  20mg

Pantoprazol      20mg  40mg

Rabeprazol       10mg  20mg

 

(Quelle: www.medicalapps.ch)

 

Diese Substanzen werden in der Regel als magensaftresistente Tabletten und Hartkapseln angeboten.

Bei massiven Schluckbeschwerden könnte man ein Granulat zur Herstellung einer Suspension in Erwägung ziehen, welches speziell vom Originalhersteller von Esomeprazol angeboten wird.

Im Beitrag "Laborwerte" erhalten sie weitere Informationen zur dauerhaften Einnahme von PPI und möglichen Nebenwirkungen.

Die Verschreibung/Einnahme von sogenannten H2-Blockern (H2-Antihistaminika) zur Säurehemmung spielen in heutiger Zeit aus diversen Gründen eine nur noch sehr untergeordnete Rolle.

 

 

Bedarfsmedikationen:

 

Antazida

Bei plötzlichem, nächtlichen Reflux kann auf die Einnahme von sogenannten Antazida in flüssiger Form (Suspension) oder in fester Form (Kautablette) zurückgegriffen werden

Diese Substanzen, die beispielsweise Aluminiumhydroxid und Magnesiumhydroxid enthalten, sind in der Lage, kurzfristig die überschüssige Magensäure zu neutralisieren durch die Erhöhung des pH-Wertes.

Zur Erklärung: Die Magenschleimhaut ist zwar für die aggressive Säure ausgelegt, aber die Schleimhaut der (restlichen) Speiseröhre ist anders aufgebaut und wesentlich empfindlicher gegenüber der Magensäure. Durch den nicht mehr vorhandenen Verschluss zwischen Speiseröhre und Magen durch die Gestaltung eines Schlauchmagens muss die restliche Speiseröhre vor dieser Säure geschützt werden.

 

 

 

Verdauungsenzyme (Lipase, Protease, Amylase) z.B. Kreon, Mezym, Pangrol, Panzytrat

zur Behandlung von Fettstühlen beziehungsweise zur verbesserten Verwertung der Nahrungsbestandteile (insbesondere Fette, aber auch Kohlenhydrate und Eiweiße)

Diese Präparate sind sowohl als Kapseln als auch als Tabletten erhältlich

 

Pflanzliche Tropfen bei Magenbeschwerden (z.B. Iberogast)

zur Linderung von Beschwerden wie Übelkeit, Magenschmerzen, Völlegefühl, Bauchkrämpfe und Blähungen 

 

Metoclopramid (MCP)

zur Steigerung bzw. Wiederherstellung der Magenmotilität/Peristaltik bzw. bei Übelkeit

 

Laktase 

bei Laktoseintoleranz (Milchzucker-Unverträglichkeit)

 

Vitamine, insbesondere die Gabe von Vitamin B12, Vitamin D, evtl. B6 und Folsäure

bei zu geringen Blutkonzentrationen

 

speziell Vitamin B12:

Bei gastrektomierten Patienten ist die Gabe von Vitamin B12 in der Regel unerlässlich (obligat).

 

speziell Vitamin D3:

 

Der Bedarf an Vitamin D wird normalerweise über die Haut mittels Sonnenlicht und zu einem kleineren Teil auch über die Nahrung gedeckt. Bei geringer Sonneneinstrahlung und/oder bei alternder Haut ist die Produktion eingeschränkt. 

Auch bei verminderter oder fehlender Produktion von Verdauungsenzymen kann es zu einer mangelhaften Aufnahme von Vitamin D kommen.

In diesen Fällen und bei entsprechend niedrigen Blutwerten ist die orale Einnahme von Vitamin D anzuraten. Sofern eine orale Therapie nicht möglich oder nicht wirksam ist, kann die Gabe auch intramuskulär erfolgen.

 

 

Mineralstoffe (z.B. Magnesium, Kalzium, Eisen, Ferritin)

ebenfalls bei zu geringen Blutkonzentrationen 

 

Cannabis

Bei schweren Krankheitsverläufen stellt die Einnahme von z.B. Cannabidiol (CBD) Tropfen möglicherweise eine Therapieoption (in Ausnahmefällen) dar. 

Für diese Substanzen werden zahlreiche therapeutische Effekte beschrieben. Betroffene berichteten u.a. von Schmerzlinderung, Appetitanregung, Verbesserung des Schlafverhaltens und angstlösenden und stimmungsaufhellenden Effekten.

Für die Einnahme von Wirkstoffen aus diesem Bereich ist ein Genehmigungsverfahren mit der Krankenkasse vorgesehen.

Hinweis: Bei Einnahme von Arzneimitteln, die über die Leber verstoffwechselt werden, können bestimmte Leberenzyme gehemmt oder auch induziert werden. Das wiederum kann zu einer Dosisanpassung anderer Medikamente führen. Als Beispiel sei die bei der Entfernung der Speiseröhre lebenslang notwendige Einnahme einer höheren Dosis eines  Protonenpumpenhemmers genannt. 

Der Apotheker kann mithilfe eines PC-Programmes eventuelle Wechselwirkungen und Nebenwirkungen der einzunehmenden Präparate aufweisen, so dass etwaige Anpassungen der Dosen mit dem behandelnden Arzt besprochen und vorgenommen werden können. Dies gilt auch bei Leberfunktionsstörungen.

Quellen: u.a. KBV Kassenärztliche Bundesvereinigung; Arzneimittel-VO Cannabis; BfArM Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte Bonn; Sachverständigen-Ausschuss;  Fachinformation Pantoprazol